Da liegt man dann da, nah am Abgrund, der Körper aus Blei, der Kopf aus Nadelwatte. Apettitlos, kraftlos, Feuer im Bauch. Unvorstellbar, sich selber ein Glas Wasser aus der Küche zu holen, geschweige denn etwas im Haushalt zu erledigen oder ein Telefonat zu führen. Mich erschreckt es immer wieder, wie grausam Kranksein sich anfühlt und wie endlos es erscheint. Auch die Phase am Anfang, die ersten Schmerzen, die runterziehende Schwäche, man mag es nicht glauben, will dagegen ankämpfen, wird aber gnadenlos in seine Grenzen gewiesen, bis man den Zustand hinnimmt, sich fallen lässt in diese andere unschöne Welt.
Wie köstlich dann die ersten Momente der wiederkehrenden Kraft. Die Kleinigkeiten - zum ersten Mal in diesem Jahr Wäsche draußen aufzuhängen und in der lauen Abendluft die duftenden Stoffteile wieder zusammenzulegen. Die Aussicht, doch noch bei diesem Wetter auf Terrasse und Gartenfleckchen rumwerkeln zu können, priceless.
Noch ist mein Originalzustand nicht wieder hergestellt, aber ich freue mich an meinen Babyschritten. Und dabei war es nur ein Virusinfekt, keine OP, keine schwere Krankheit. Für die heutige Leistungsgesellschaft ist so ein menschlicher Körper fehlkonstruiert.
Es brennt wie Feuer unter der Bauchdecke. Maaloxan und Fencheltee. Das Wetter findet erst mal ohne mich statt.
Kinder, Kühltruhe, Kellerverließ
Wir kennen uns seit zwanzig Jahren. Heute rundet sie und lässt es krachen :) Das Wetter verspricht nur Gutes für heute Abend. Ich freu mich drauf!
Seeluft geschnuppert, Nase im Wind auf der Fähre, das neue Zuhause der deutschen Freunde besucht, "Life's too short for bad beer", das bekannte Zuhause der englischen Freunde besucht, Gastfreundschaft sehr genossen, Indisch gegessen (obligatorisch! Diesmal mit skurriler Fahrstuhlmusik), mind the gap, Three Mills, Sonne getankt, Spitalfield Market (Note to myself: nächstes Mal mehr Geld mitnehmen!), Brick Lane, Strychnin Gallery (leider geschlossen :(), immer schön links gefahren :), traurig wieder einmal Abschied genommen.
Eben noch mit dem Fahrrad auf den letzten Metern zur Haustür auf dem Rückweg von der Stadt ordentlich auf die Fresse gelegt auf die Nase gefallen. Jetzt hab ich ein blutig verschrammtes Knie wie seit Kindertagen nicht mehr. Das Wetter macht mich zu übermütig für mein Alter...
Morgen in aller Frühe geht es los. Diesmal nach vielen Jahren wieder mit dem Auto & per Fähre in die
Hauptstadt auf der Insel. Man braucht ja Herausforderungen, wie etwa mit dem Lenker auf der falschen Seite im Linksverkehr unterwegs zu sein. Im Gepäck ein Kasten german Bier für durstige und schmachtende Auswanderer, das mit der Europakarte frisch bestückte Navi und meine neue
Kamera. Bin sehr gespannt auf die Bildqualität.
Gleich noch letzte Besorgungen in der Stadt, danach die Felldamen in den Abenteuerkurzurlaub bringen, fertig packen und versuchen, früh schlafen zu gehen.
Later, folx.
Den ersten zarten Sonnenbrand auf dem Dekolté, die erste Wäsche draußen aufgehängt (aufgehangen?), selbstgemachte Latte macchiato auf der Terrasse genossen, Reisevorbereitungen für London sind in vollem Gange, die Sommerreifen aufgezogen.
Noch traue ich mich nicht, das Winterplumeau gegen die leichte Sommerdecke einzutauschen, auch werden die Winterklamotten erst bei sicherer Wetterlage in den hinteren Schrankbereich verbannt werden. Man weiß ja nie.
Die letzten nasskalten Wochen konnten nur durch Serien- und Filmmarathon, gute Bücher, Gerd Köster im Pantheon, Treffen mit Freunden u.a. in Frankfurt und Köln und der Arbeit am neuen Projekt überlebt werden. Ha. Aber wär' doch gelacht, wenn jetzt nicht doch endlich der Frühling durchbräche.
Auch andere fragen sich
"Was wird mal werden?" Nur sind wir noch zu jung, um genügend Zeit zu haben, das alles anzusehen...
So der Name unseres favourite Irish Pubs zwei Straßen weiter. Ich stink zwar nicht
wie Pommes, war auch nicht mit Mädels unterwegs, dafür mit dem Schotten quatschen und trinken oder auch umgekehrt. Tat gut. Wir haben auf einen neuen Lebens- und Arbeitsabschnitt angestoßen, der ab morgen beginnt. Es bleibt spannend.