Immobiles
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Jetzt tut der Rücken weh und es sieht aus, als zögen wir bald aus. Super.
Gestern kam ja noch die Wohnungsübergabe dazwischen. Die lief dafür grandios unproblematisch. Das Vermieterpaar vollte uns gar nicht von dannen ziehen lassen: "Ach wie toll sie das hier alles hinterlassen haben, Frau fishy! Besenrein ist ja gemeinhin ein sehr dehnbarer Begriff... Ich hätte ihnen einen Blumenstrauß mitbringen sollen!." oder "So tolle Mieter bekommt man ja heute selten!" "Sollten sie mal in der Gegend sein, kommen sie auf einen Kaffee vorbei!" "Lassen sie, ich trag ihnen das runter." und in einem Fort so weiter. Man machte sich auch Sorgen, ob wir in der neuen Wohngegend denn auch Anschluss fänden... Ich hab nur gestaunt. Und das, obwohl wir gerade mal zum Anlass des ein oder anderen Reparaturbedarfs in all den Jahren Kontakt hatten.
Letztes ruhiges Frühstück vor den Großkampftagen. Morgen wird nichts mehr wie vorher sein. Bis bald aus einem neuen Theater! :)
In der neuen Wohnung.
Notlager aufgebaut. Matratze auf dem Boden, wackelndes Campingtischchen, Klappstühle, Kaffeemaschine.Basisversorgt.
Mittags Wohnungsübergabe. Vermieter war eine Erscheinung.Hat ununterbrochen im tuntigen Säuselton geredet. Einer dieser Familienväter, die entweder nicht wissen, dass sie schwul sind oder ein Doppeleben führen.
Am Nachmittag lag dann bereits Kabel-TV, Telefon & Internet. Letzteres funktioniert offenbar, in Ermangelung der Geräte lässt sich der Rest erst später testen.
Grieche, Italiener, Asia-Imbiss, Bäcker, Apotheke und Kiosk um die Ecke. Beim Griechen testgegessen - verbesserungswürdig, aber macht satt.
In der blauen Stunde nun im Monitorschein an der offenen Terassentür höre ich Schwalben, Tauben, Amseln und das Piepen einer fertigen Waschmaschine aus dem Keller. Letzteres wird sicher noch öfter nerven. Blöd.
Mir merken, was in der ersten Nacht geträumt wird, soll ja irgendetwas zu bedeuten haben, sagt man.
Die Aussortiererei nimmt kein Ende. Im Flur stehen schon wieder (diesmal unzählige) Müll- und Altpapiertür, aus anderen Ecken aufgetauchter weiterer Elektroschrott und Sperrmüll und viiiiele gelbe und Altkleidersäcke. Das muss alles noch diese Woche weg. Das Fatale ist, es sieht deshalb hier nicht leerer aus... Jetzt hab ich Rücken.
Gestern wollte ich doch bloß schnell eine klitzekleine Küche beim gelb-blauen Möbelhaus (zeitlich-logistisch hatte ich leider keine andere Wahl) bestellen. Nach vier Stunden Planung, in denen ich drei Fachkräfte verschlissen hatte - einer vernebelte mir neben seinem unglaublichen Mundgeruch und Aussagen wie "Nicht lieferbar." "Ausverkauft". "Modellwechsel."" Die Spüle müssen sie jetzt schon von hier mitnehmen." mein mit Stützwangen, Vollauszügen und Sockelblenden überfordertes Hirn - stolperte ich hungrig zum Köttbullar, um mich für die bevorstehende Entsorgung einer Autoladung Elektroschrott zu stärken.
Dazu fuhr ich zum nächstgelegenen Wertstoffhof, leerte die fünf großen Umzugskartons und schmiss die drei PC-Bigtower schwungvoll in den bereitgestellten Container. Der König des Entsorgungsreiches städtische Mitarbeiter hielt mir am Grenzzaun Ausgang einen Zettel mit den Worten unter die Nase: "Hier eintragen!" - ich kritzelte brav Namen und Straße hin, er schaute drauf: "Wo soll das sein?" "Das liegt im Nachbarort." Strenger Blick - "Sie dürfen hier gar keinen Müll abladen!"
Da hab ich ihm die Wahl gelassen: "Wohne ich dann woanders, oder war ich gar nicht hier?" Pause. "Sie waren nicht hier."
Ich hab ihm noch einen wunderschönen Tag gewünscht.
Jetzt ist es offiziell - Tinte ist getrocknet, Spediteur bestellt. Die letzten 16 Tage im Vordertaunus brechen an.
Mündliche Zusage. Es geht los. Obwohl ich es erst wirklich glaube, wenn die Tinte auf dem Vertrag getrocknet ist.
Euphorie und Angst vor dem Umzugshorror wechseln sich ab. Wechselbäder sollen ja den Kreislauf anregen...
Sollte man für die tolle Lage, das Parkett, den Stuck und die Deckenhöhe von 4,20 weniger Platz und das fensterlose Bad im Souterrain in Kauf nehmen?